Sommerkonzert bringt das FGH zum Klingen
Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler musizieren beim Sommerkonzert in der Aula des Friedrichs-Gymnasiums. Eine Spendenkampagne für Instrumente läuft noch.
Ralf Bittner
Herford. Mit den feurigen lateinamerikanischen Rhythmen von Márquez’ „Danzón Nr. 2“ in großer Originalbesetzung verabschiedet das von Oliver Alamprese geleitete Orchester die Zuhörenden in der übervollen Aula in die Pause des Sommerkonzertes am Friedrichs-Gymnasium (FGH). Standing Ovations schon zur Pause – das will erstmal geschafft werden.
„Ein Großteil der Musikerinnen und Musiker im Orchester, in der Camerata und in der Big Band, die hier heute musizieren, hat in unseren Start-Up-Klassen angefangen“, sagt Michaela Scheel, die sich um Bläser und Big Bands kümmert, während Alamprese für Streicher und Orchester zuständig ist. Die Chorarbeit hat sich das Duo aufgeteilt. Daher eröffnen Start-Up-Bläser und -Streicher den Abend und spielen mit „When The Saints. . .“ sogar ein Stück gemeinsam.
Das von Klaus Jahns geleitete Blockflötenensemble schlägt den Bogen von der Renaissance zum jazzig-swingenden „The Things My Baby Does To Me“. Den Schwung nimmt das Junior-Orchester mit und lädt das Publikum mit „We’re All Going On An Aeroplane!“ zum Flug in den Urlaub ein.
Der Mittel- und Oberstufenchor zeigt sich mit der Ballade „Easy On Me“, der Pop-Nummer „I‘m Still Standing“ und der Soulnummer „Hit The Road Jack“ musikalisch vielfältig, wobei sowohl Sängerinnen und Sänger als auch die begleitenden Musiker immer wieder für Bewegung auf der Bühne sorgen.
Nach der Pause nehmen Junior Big Band und Big Band mit Musical-Melodien („Das Phantom der Oper“) und dem Rock-Klassiker „Smoke On The Water“ den musikalischen Faden auf. Auch die „Camerata Fridericiana“ hat sich mit „Die Maske des Zorro“ Filmmusik ausgesucht, und auch der Unterstufenchor hat mit „Hakuna Matata“ einen Filmsong dabei und reißt das Publikum dann mit Michael Jacksons „Beat It“ mit.
Ebenfalls von Jackson, zwar ruhiger, aber nicht weniger intensiv, ist der „Man in The Mirror“, mit dem die Big Band ihren Part beginnt. Mit brasilianisch eingefärbtem Big-Band-Jazz („Soul Bossa Nova“), der Ballade „This Is Me“ (Gesang: Marta Leitz) und dem mit Show-Einlagen gespickten Glenn-Miller-Klassiker „Pennsylvania 6-5000“ zeigt sich die Big Band vielseitig. Dazu beeindruckt sie, wie zuvor schon die Chöre, mit einer beeindruckenden Anzahl von Solistinnen und Solisten in ihren Reihen. Fans mag es aufgefallen sein: Ein neues Bariton-Saxofon erweitert den Sound um eine neue Klangfarbe.
Mit „Time To Wonder“, ursprünglich von der Rock-Band „Fury In The Slaughterhouse“ und von Alamprese und für die mehr als 200 Schülerinnen und Schüler in Big Band, Orchester und Chören arrangiert, endet das eindrucksvolle Konzert, das von Zuhörenden mit minutenlangen Standing Ovations gefeiert wird.
So ein Programm entsteht nicht einfach so. Intensiv daran gearbeitet wurde in den AGen und auf einer Musikfahrt mit rund 200 Schülerinnen und Schülern. Allein in den Chören singen mehr als 100 Schülerinnen und Schüler, und das „weil sie das unbedingt wollen“, so Lehrer Frank Juuls. Dass der Schwung von den Start-Up-Klassen bis in die Oberstufe trägt, ist deutlich spürbar und begeistert auch den NWD-Percussionisten Aron Leijendeckers derart, dass er beim „Danzón Nr. 2“ mitspielt, einfach „um die fantastische Arbeit, die am FGH geleistet wird“, zu unterstützen.
Um eine andere Form der Unterstützung hatte Scheel bereits vorher geworben: Damit alle Kinder in den Start-Up-Klassen unabhängig vom Einkommen der Eltern musizieren können, hat der Förderverein eine Crowd-Funding-Aktion gestartet, mit der Spenden zur Anschaffung von Instrumenten gesammelt werden. Infos auf www.fgh-online.de unter „Aktuelle Themen“.


