Klassik, Jazz und Anime-Melodien
Das Kammerkonzert am Friedrichs-Gymnasium unterhält mit Vielfalt von großem Pop bis zu meditativen Harfenklängen.
Herford. Mit großem Pop eröffnet die „Camerata Fridericiana“ das Kammerkonzert in der Aula des Friedrichs-Gymnasiums (FGH). „Clocks“ heißt der ikonische Pop-Rock-Song der britischen Band „Coldplay“, der mit seinen sich wiederholenden Klavierteilen wie gemacht für die Übersetzung in eine klassisch-kammermusikalische Übersetzung ist.
Die Kammerkonzerte bieten den Musiktalenten Raum, die bei den großen Schulkonzerten im Sommer und vor Weihnachten kaum Zeit zum Strahlen haben. Vor allem fehlen die Chöre. Gesang gibt es aber trotzdem. Nupelda Berse überzeugt mit „All I Want“ von Olivia Rodrigo, Emily Pautz mit „What I Was Made for“ von Billie Eilish, begleitet von Leonie Beyer am Klavier.
Musiklehrer Oliver Alamprese wies vor Beginn des Konzertes darauf hin, dass so ein vielfältiges Programm von Pop, Klassik, Filmmusik und japanischen Anime-Filmen bis zum Fusion-Jazz des außerschulischen Quartetts „Project9“ nur dank vieler externer Musiklehrkräfte und Musikschulen, Unterstützung der Eltern und des Engagements der Schülerinnen und Schüler entstehen kann. Die Aula ist nicht so voll besetzt wie bei einem Sommerkonzert, das diesmal am 8. Juli stattfinden soll, aber doch gut besucht.
Nach dem klangvollen Coldplay-Stück lassen Emma Kersch und Elisabeth Manz fast meditative Harfentöne erklingen, bevor die Zuhörenden mit einer Willkommens-Fanfare Charpentiers von Jakob Heckmair und Sebastian Luchterhandt auf ihren Trompeten sozusagen auch „offiziell“ begrüßt werden.
Charlotte Keiff (Blockflöte), Ben-Luca Spillmann (Violine) und Florian Rasch am Cembalo entführen mit Stücken von Purcell und Draghi ins Barock, zeigen sich später aber auch solo. Langen Applaus gibt es für den virtuos von Spillmann vorgetragenen 1. Satz aus Mozarts Violinkonzert in G-Dur und Keiff, die mit „Three Preludes“ von Gershwin ihre und die Vielseitigkeit des Komponisten unterstreicht, und Rasch geht in Böhms „Chaconne in G“ fast völlig auf.
So etwas wie ein stiller Star ist der Komponist Joe Hisaishi, bekannt für seine Soundtracks zu den japanischen Anime-Filmen. Seine ruhigen Stücke werden von gleich mehreren Schülerinnen interpretiert. Mirja Büscher (Cello) und Luzie Corazza (Klavier) hatten sich „My Neighbour Totoro“ ausgesucht. Ella Brinkhoff (Klavier) trägt „Fantasia“ solo vor und später „A Town With An Ocean View“ zusammen mit Flora Brinkhoff am Cello.
Pia Jäckel und Pauline Sagasser hatten sich mit Mendelssohn-Bartholdys melancholisch-hoffnungsvollem „Herbstlied“ ein Stück ausgesucht, das zwar nicht in die Jahreszeit, aber bestens in das vielseitige und bunte Programm passt. Aurelia und Emma Kersch haben sich mit „Algues“ (Algen) ein Stück von Andrés ausgesucht und treffen mit ihrer Interpretation auf Violine und Harfe den organisch-fließenden Charakter der Musik perfekt.
Bevor Aurelia Kersch, Eva Alamprese und Charlotte Keiff die „Romanze“ aus dem Klaviertrio von Éduard Lalos vortragen, lässt Sebastian Scheel auf dem Alt-Saxophon mit „Blue Bossa“ einen Jazz-Standard erklingen. Scheel ist auch Teil der Klassik-Jazz-Fusion-Formation „Project9“, die mit den Latin-Rhythmen von Chick Coreas „Spain“ für den beschwingten Ausklang des Abends sorgt.
Die Bilder von Herrn Bittner finden Sie unter der Registerkarte „Leben und Lernen“ unter dem Fächerangebot Musik.


