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14.11.2014

Die Theater-AG spielte "Boeing, Boeing"

(aus: Herforder Kreisblatt vom 11.November 2014)
(aus: Herforder Kreisblatt vom 11.November 2014)

Herford(HK). »Der Globus dreht sich und meine Frauen drehen sich mit.« Der gut aussehende Architekt Bernard (Julian Dix) sieht sich auf der sicheren Seite, wenn es um seine Liebesbeziehungen zu drei Stewardessen geht.

Doch so glatt, wie es sich der Architekt ausmalt, läuft es nicht – und so sind den Turbulenzen in der Komödie »Boeing Boeing« Tür und Tor geöffnet. Denn Flugpläne, nach denen die Dates mit den Stewardessen geplant werden, können sich ändern...

Was genau passiert, soll an dieser Stelle nicht vorweggenommen werden. Wer es wissen will, bekommt am Mittwoch und Donnerstag in der Aula des Friedrichs-Gymnasiums eine Antwort. Denn dort führen die Schülerinnen und ein Schüler der Theater AG das Stück von Marc Camoletti auf. Dieses wurde 1991 ins Guiness-Buch der Rekorde als weltweit meistgespieltes französisches Theaterstück aufgenommen. Bekannt ist auch der Film mit Tony Curtis.

Es gehört zur Wirklichkeit von Theater AGs, dass auch 40 Jahre nach Aufhebung der Geschlechtertrennung an den Schulen der Mann-Frau-Proporz recht einseitig ausfällt. Immerhin hat Theater-AG-Leiter Ronald Scheibe-Hopmann so nicht die Qual der Wahl, wenn es um die Besetzung der männlichen Hauptrolle geht. Diese geht zwangsläufig an Julian Dix, den einzigen Schüler in der Arbeitsgemeinschaft. Sein Bühnenfreund Robert hingegen muss von einer Schülerin gespielt werden – Linda Kühnel bekleidet die Hosenrolle.

Die Teilnehmer der AG hätten sich das Stück selbst ausgesucht, sagt Ronald Scheibe-Hopmann. Es handle sich um eine turbulente Liebeskomödie mit viel Schwung. Obwohl die Hauptfigur ein klassisches Macho-Verhalten an den Tag lege, sei das Stück überhaupt nicht konservativ. Vielmehr spiele der Autor mit den Rollenklischees. Besonders putzig wirken die Liebesbeteuerungen von Bernard, wenn er sein Verhältnis zu den drei Frauen verteidigt: »Ich liebe sie so sehr. Wenn ich nur mit zweien von ihnen leben könnte, würde es mir ohne die dritte das Herz brechen.« Derartiges hat der Autor Marc Camoletti natürlich nicht im Sinn – und anstatt einen trübsinnigen Architekten auf der Bühne zurückzulassen, gibt es am Ende ein Happy-End.

Vor einem Jahr begann die Theater AG mit dem Einstudieren des Stückes. Dass es in den 60er Jahren – auch in der Verfilmung – ein so großer Erfolg wurde, hängt laut Scheibe-Hopmann mit dem Thema »Fliegen und Stewardessen« zusammen: »Es hat den Duft der großen, weiten Welt.«

Die Aufführungen zu »Boeing Boeing« am 12. und 13. November beginnen um 19.30 Uhr.