Von Löchern, Baggern und Baumhäusern: Digitale Exkursion in das Rheinische Braunkohlerevier

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Im Rahmen des Erdkundeunterrichts beschäftigen sich die Schüler*innen der Jahrgangsstufe 6 mit verschiedenen Aspekten des Themas „Arbeit und Wirtschaft“. Dieses Jahr stand dabei auch eine Exkursion in das Rheinische Braunkohlerevier auf dem Programm. Eine Exkursion in Corona-Zeiten? Ja klar, mithilfe eines interaktiven WDR-Projekts (www.tagebau.wdr.de) konnten wir sicher vom heimischen Computer aus den Tagebau und dessen Umgebung erkunden. Was dabei besonders spannend war, schildern Annika, Aurelia und Clara aus der 6c:

An einem Mittwochmorgen hat die Klasse 6c unter der Leitung von Herrn Wachs und mit Unterstützung von Frau Dümke eine digitale Exkursion in das Rheinische Braunkohlerevier unternommen. Über den Computer haben wir uns ein 3D-Modell des Tagebaus angesehen. Dort konnte man auf verschiedene Stationen klicken und so etwas über den Tagebau, die riesigen Bagger, das Kraftwerk Niederaußem, das Dorf Manheim und den Hambacher Wald erfahren.

Zuerst sind wir mit einer Drohne über das Gelände geflogen: Große Löcher waren in der Landschaft zu sehen, in denen riesige Bagger und andere Maschinen die Kohle aus der Erde geholt und abtransportiert haben. So ein Drohnenflug bringt tolle Eindrücke! In der Nähe der Tagebauflächen konnten wir das Kraftwerk Niederaußem mit seinen Schornsteinen und Kühltürmen entdecken, in denen die Braunkohle in Strom umgewandelt wird.

Dann erfuhren wir, was ein Tagebau ist und haben den Baggerfahrer im Kabinenhaus besucht. Der Bagger frisst sich mit seinen Schaufeln durch die einzelnen Erdschichten bis zur Braunkohle. Dabei fördert er 1,3 Millionen Badewannen Kohle pro Tag und macht niemals Pause. Die Kohle wird über Förderbänder zum Kohlebunker transportiert und dort zerkleinert. Anschließend wird die Kohle im Kraftwerk Niederaußem verbrannt und aus der Kohle wird Strom.

Damit auch in Zukunft Strom aus Braunkohle produziert werden kann, soll der Tagebau noch größer werden. Dafür wird auch das Dorf Manheim-alt abgerissen. Die Menschen aus Manheim-alt mussten deswegen nach Manheim-neu umziehen. Auch die Kirche im alten Dorf wird abgerissen, aber die Glocken, die Bänke und der Altar kommen mit in die neue Kirche. Außerdem durften die Bewohner*innen bei der Gestaltung des neuen Dorfes mitbestimmen.

Der Hambacher Wald in der Nähe des Tagebaus ist zum Symbol für die Klimapolitik geworden. Seit Jahren kämpfen Aktivist*innen für den Erhalt des Waldes. Einige haben sich in Baumhäusern, die wir besuchen konnten, eingerichtet und wollen so das Abholzen des Waldes verhindern.

Die digitale Exkursion würden wir auf jeden Fall weiterempfehlen. Man kann den Tagebau und die Umgebung bequem von Zuhause oder in der Schule erkunden und die lange Anreise entfällt. Allerdings hätten wir gerne auch in der Realität vor den riesigen Schaufeln des Kohlebaggers gestanden.

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