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Friedrichs-Gymnasium Herford,
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10.09.2015

Vom alten Augustinerkloster zum modernen Gymnasium

FGH wurde vor 475 Jahren in der Brüderstraße gegründet

Vom alten Augustinerkloster zum modernen Gymnasium

FGH wurde vor 475 Jahren in der Brüderstraße gegründet

Von Christina Ueckermann

Herford(HK). Im ehemaligen Augustinerkloster auf dem Gelände des heutigen Kaufhofs wurden die ersten Schüler des späteren Friedrichs-Gymnasiums unterrichtet. Das ist 475 Jahre her. Heute ist das FGH eine der ältesten Schulen Deutschlands.

Die letzten Mönche des Augstinerklosters an der Brüderstraße übergaben im Juni 1540 all ihren Besitz an die Stadt Herford. In der Festschrift zum 450-jährigen Jubiläum des Friedrichs-Gymnasiums heißt es, dass die Augustiner in der Stiftungsurkunde ihre Güter zur Einrichtung einer evangelischen Schule stifteten, die mit der alten Lateinschule der Fürstabtei an der Münsterkirche vereinigt werden sollte. Die Äbtissin sei Mitglied des Schulamtes gewesen. Die Schüler und ihre Kantoren begleiteten die Gottesdienste und geleiteten die Leichen verstorbener Mitglieder der Münsterkirchengemeinde zum Friedhof. Schwerpunkte des Unterrichts waren lateinische Grammatik, Rhetorik und Poetik. Während damals insgesamt um die 30 Kinder die Schule besuchten, machen heute jedes Jahr etwa 100 Abiturienten ihren Abschluss am FGH.

100 Jahre später verzichtete die Äbtissin auf das Recht, die Schulämter gemeinsam mit dem Magistrat zu besetzen. Sie verlangte aber vom Lehrer den Gebrauch des Stockes, die Schüler wurden »vor dem Aufenthalt in Bier- und Weinhäusern, privaten Trinkgelagen, unanständigen Tänzen und Flanieren auf den Straßen« gewarnt. Im Historischen Jahrbuch von 2013 schreibt Rainer Brackhane, dass die Schule früh einen guten Ruf genoss, weil sie Griechisch und Hebräisch lehrte. »Auch Übungen in der Musik wurden wiederholt als verbindlich erwähnt« heißt es.

Auch die heutige Schulleiterin Gudrun Horst de Cuestas erinnert sich noch an Zeiten, in denen der Schulchor bis zu 100 Sänger zählte. »Heute ist es immer schwieriger, Schüler dafür zu finden«, sagt sie.

Nachdem einige der baufälligen Häuser aus der Augustinerzeit abgebrochen wurden, wurde 1765 mit dem Bau von sechs Lehrerwohnungen entlang der Bowerre begonnen. Friedrich II., König von Preußen, bewilligte für den Neubau eine landesweite Kollekte. 1766 wurde die Schule darum vom damaligen Bürgermeister Rischmüller zum Dank für die erwiesene Gnade »Gymnasium Fridericianum« benannt.

Wie Stadtarchivar Christoph Laue berichtet, sei die Schule im 17. und 18. Jahrhundert das einzige Gymnasium in der Region gewesen. Deshalb kamen Schüler aus ganz Ostwestfalen nach Herford. »Sie wohnten teilweise in den Lehrerwohnungen, manche von ihnen wurden bei Verwandten und anderen Familien in der Stadt untergebracht«, sagt er. Auch Unterricht fand teilweise in den Lehrerwohnungen statt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Schule sechs Klassen und 63 Schüler, darunter 21 Mädchen. Sie wurden in Französisch, Briefschreiben, Geschichte, Geografie und Naturlehre sowie in Nähen und Stricken unterrichtet. Jungen, die nicht studieren wollten, erhielten Unterricht in »Handlungswissenschaft«. Das Abitur konnte erst am Ende des 18. Jahrhunderts am Friedrichs-Gymnasium gemacht werden. Zu dieser Zeit gab es auch erstmals schriftliche Zeugnisse.

1812 wurden die baufällige Schulkirche und der Anbau entlang des früheren Kreuzganges, in dem bis dahin auch Schulklassen waren, abgebrochen und das Haus des verstorbenen Rektors Cordemeier als Schulhaus eingerichtet. 1869 wurde dann das neue Gymnasialgebäude auf dem Platz der früheren Augustinerkirche eingeweiht. Die als Lehrerwohnungen gedachten Gebäude an der Bowerre reichten für die 160 Schüler nicht aus. Der Neubau hatte neun Klassenzimmer, Konferenzzimmer, eine Aula und eine Bibliothek. Die Einweihung der städtischen Turnhalle 1885 ermöglichte den Schülern erstmals auch Turnunterricht im Winter. Sie wurde neben dem Haus der Familie Rothe errichtet – dort, wo heute die Klosterstraße die Brüderstraße kreuzt.

Schon 1908 machten die wachsenden Schülerzahlen die Erweiterung des Hauptgebäudes notwendig. In einem Anbau entstanden sechs neue Klassenräume, die Aula wurde vergrößert und im Turnhallengebäude entstand ein Zeichensaal. Auch elektrische Beleuchtung und eine Zentralheizung wurden installiert.

1930 wurden die alten Lehrerhäuser am Ufer der Bowerre abgebrochen. An deren Stelle entstand ein Klassenflügel und eine Hausmeisterwohnung. Weil die Schülerzahlen weiter stiegen und die Wirtschaft und die Stadt Herford in der Brüderstraße den Kaufhof errichten wollten, zog das Gymnasium 1972 in das neu gebaute Gebäude in den Werregärten. »Der Platz neben dem Ravensberger Gymnasium war einer der wenigen freien Bauflächen in Innenstadtnähe«, weiß Christoph Laue.

Sprachen spielten am FGH immer eine große Rolle. Bereits seit 1959 wird Russisch angeboten. »Auch wenn sich Gymnasien heutzutage nicht wesentlich unterscheiden, zeichnen wir uns vor allem durch unser sprachliches Profil aus«, sagt Schulleiterin Gudrun Horst de Cuestas. Seit einiger Zeit bietet die Schule beispielsweise einen bilingualen Zweig an.

Aus dem "Herforder Kreisblatt" vom 10.09.2015