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07.06.2016

Ein vergessener Modernisierer

Rischmüllerufer: Weg hinter dem Friedrichs-Gymnasium erinnert an den Bürgermeister Ernst Philipp Rischmüller, der für Schulneubau und den Namen der Schule sorgte.

Von Ralf Bittner

Herford. Seit dem 1. Juli 1766 führt die Herforder Lateinschule den Namen Friedrichs-Gymnasium. Anders als lange vermutet, wurde der Name der Schule nicht vom Preußenkönig Friedrich der Große verliehen, sondern vom damaligen Bürgermeister Ernst-Philipp Rischmüller.

Der hatte zuvor einen Schulneubau aus privaten Mitteln vorfinanziert und erhoffte sich so eine schnellere Rückzahlung des Geldes durch den preußischen Staat. Die Rechnung ging allerdings nicht auf. Das Geld wurde zwar erstattet, aber erst einige Zeit nach Rischmüllers Tod im Jahr 1772 an seine Witwe.

Seit einiger Zeit ist ein Teil der Uferpromenade hinter dem Friedrichs-Gymnasium nach Rischmüller benannt. Jetzt wurde dieses Stück Weg vom stellvertretende Bürgermeister Ralf Grebe auch offiziell eingeweiht.

Rischmüller war bei den Vorbereitungen zu den Festtagen, mit denen des Gymnasium im Jahre 2012 an den 300. Geburtstag seines Namenspatrons erinnerte, ins Blickfeld von Historiker Niclas Rügge und des Stadtarchivars Christoph Laue gerückt. Rischmüller war ein erfolgreicher Kaufmann und wurde 1759 bald nach dem Siebenjährigen Krieg zum Bürgermeister gewählt und gilt als reger Modernisierer.

Er interessierte sich für die örtliche Bildungslandschaft und die damals im früheren Augustinerkloster untergebrachte Lateinschule. An der Bowerre ließ er dafür einen Fachwerkbau als Schulgebäude errichten, der 1929 abgerissen wurde.

Das war ein Vorläufer des klassizistischen Baus, der dem Kaufhof-Neubau weichen musste.

Für die Benennung des Weges nach dem Namensgeber der Schule hatte sich der Ehemaligen-Verein unter dem früheren Vorsitzenden Henning Kreibohm eingesetzt. Beschlossen worden war die Umbenennung vom Rat im Sommer 2015.

Aus der "Neuen Westfälischen" vom 07.06.2016