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30.06.2017

Darth Vader und eine Zugabe vor der Pause

Sommerkonzert: Zwölf Chöre und Instrumental-Ensembles des Friedrichs-Gymnasiums mit rund 140 Akteuren präsentieren einen abwechslungsreichen und dynamischen Konzertabend in der Schulaula. Nachschlag von der Big-Band gibt es beim Hoeker-Fest

Von Ralf Bittner

Herford. Mit begeistertem Applaus verabschiedeten die Zuhörer in der
übervollen Schulaula des Friedrichs-Gymnasiums (FGH) das
Schulorchester in die Pause des Sommerkonzerts. Mit Auszügen aus
Edvard Griegs Peer-Gynt-Suite vom zarten Intro bis zum klar akzentuierten Tanz hatten die Musiker mit ihrem dynamischen und doch klaren Spiel die Zuhörer mitgerissen.

Das Stück hatte Orchesterleiter Oliver Alamprese sich und seinen Musikern kurzerhand als vorgezogene Zugabe genehmigt, und den Zuhörern so ein paar Extraminuten beschert. Aber wer hätte es ihm, der zuvor im Kostüm Darth Vaders, des Schurkens aus "Krieg der Sterne", aufgetreten war -Taktstock statt Laserschwert in der Hand - verübeln wollen? Und so war dem Romantiker Grieg ein kraftvolles Medley aus Melodien des Films "The Empire strikes back" vorausgegangen.

Blickt man nur wenige Jahre zurück, ist es erstaunlich, welche Entwicklung die Musik am FGH genommen hat. Alamprese leitet außer dem Orchester auch noch die Ensembles "Camerata Fridericiana 1 und 2". Nummer 1 sorgte mit dem Crescendo von Vivaldis Sommer für eine Entladung von Spielfreude, Nummer 2 mit dem französische Lebensart versprühenden "Sous le Ciel de Paris" für den Ohrwurm auf dem Heimweg.

Mit klaren Stimmen und ruhigen Chorsätzen verzauberte des "Ensemble Encore", der von Schulleiterin Gudrun Horst de Cuestas geleitete Oberstufenchor, mal französisch, dann mit einer Bearbeitung von Enyas "May it be" aus "Herr der Ringe".

Mit Herbie Hancocks "Chameleon", dem wilden "Welcome to the Jungle"
oder "Ain?t no Sunshine" stellte sich die Big Band gewohnt dynamisch vor. Geblieben sind die lässigen Soli von Saxofon, Trompete, Posaune und EGitarre, neu waren die Stücke der von Michaela Scheel geleiteten
Formation. Das "alte" Repertoire gibt es inzwischen als CD zum Mitnehmen, das neue zum Mitswingen beim Auftritt am Hoekerfest-Samstag auf dem Neuen Markt.

Die erstaunliche Bandbreite und Qualität der Musiker der "großen"
Ensembles ist Ergebnis konsequenter Basisarbeit. Sextaner- und
Quintanerchor leitet die Direktorin selbst, in Kooperation mit der
Musikschule werden in der fünften Klasse Streicher- und Bläserklassen
parallel angeboten. In Junior-Big-Band ("Smoke on the Water") und Junior-Orchester ("Batman-Theme") spielen Fortgeschrittene mit dem Nachwuchs ab der fünften Klasse zusammen, so dass die Jüngeren von den Älteren lernen können.

Das Blockflötenensemble ("Canzon super Cantionem Gallicam") und die
John-Lennon-Band ergänzen den Reigen der Instrumental-Ensembles. Die als Projekt zur Ausstellung im Kunstverein entstandene Band spielte allerdings keinen Beatles-Klassiker, sondern einen von Referendarin Andrea Kampmann auf die fünfköpfige Besetzung passend umarrangierten Song des Schweizer Frauen-Duos "Boy".

Zum Finale standen alle 140 Mitwirkenden auf der trotz Erweiterungen fast zu kleinen Bühne und beschlossen den Abend mit Coldplays hymnischem "Viva la Vida".

Aus der "Neuen Westfälischen" vom 24.06.2017