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01.07.2014

Blicke unter die Oberfläche Ikonen: Literaturkurs Q1 des Friedrichs-Gymnasiums zeigt sieben Frauenbilder

VON RALF BITTNER Herford

Sie ringen mit ihren Ehemännern um künstlerische Anerkennung oder verzweifeln am einsamen Starruhm. Sie werden von inneren Dämonen verfolgt oder mit nichts als einer Gitarre zur Stimme einer ganzen Generation. Der Literaturkurs Q1 des Friedrichs-Gymnasium hat sieben Frauen, die zu "Ikonen" wurden, ins Zentrums des selbst geschriebenen Stückes gestellt.

25 Schüler des von Gesine Brockmeier geleiteten Kurses ließen zentrale Momente aus dem Leben der Frauen lebendig werden. Alle - Clara Schumann (Sarah Kleemeyer), Marilyn Monroe (Annalena Meyer, Gina-Estelle Schwarz, Carla Salmon), Janis Joplin (Charlotte Nachtmann), Coco Chanel (Clara Schlattmeier), Ingeborg Bachmann (Katharina Emsen), Yoko Ono (Carla Bergemann) und Astrid Lindgren (Sarah Debus) - waren oder sind im weitesteten Sinne künstlerisch-kreativ tätig. Idole, die für politisches oder gesellschaftliches Engagement stehen, sind 2014 weniger angesagt.

In allen Szenen verbinden sich biografische Szenen mit Originaltexten, lassen teils überraschende Blicke unter den glänzenden Lack der Ikonen zu, enthüllen eine Marilyn, die einfach nur geliebt werden will und an Einsamkeit verzweifelt. Erstaunlich auch die Wandlung des hässlichen Entleins Joplin, die von der Studentenzeitung zum hässlichsten Mann der Uni gewählt wird und zur weißen Blues-Göttin, die spätestens seit dem Woodstock-Festival zum Superstar wird. Sie stirbt jung, verzweifelt an sich oder am schnellen Ende der Hippies, die alle Ideale dem Kommerz geopfert haben? "O Lord, wont You buy me a Mercedes Benz?" singt Joplin und fährt selbst Porsche.

Literatin Bachmann verfällt nach der Trennung von Max Frisch in Depression und in ein künstlerisches Loch. Clara Schumann ringt erst mit den Eltern, um ihren Robert (Nick Alexander Pasveer) heiraten zu dürfen und dann ein Leben lang darum, sich von ihm künstlerisch zu emanzipieren, etwas Bleibendes über ihre Kinder hinaus zu hinterlassen.

Coco Chanel kämpft sich aus ärmlichsten Verhältnissen in die erste Riege der Modeschöpfer empor. Schwieriger wird es mit Yoko Ono, deren Status als "wohl berühmteste Witwe der Welt" den Blick auf die Künstlerin, Feministin und Friedensaktivistin verstellt. Ist sie eine Ikone für sich oder spiegelt sie nur den Glanz der Ikone John Lennon (Lars Wiesekopsieker) wider? Ähnlich ergeht es Astrid Lindgren, die trotz Erfolgen als Schriftstellerin bescheiden geblieben ist und deswegen hinter ihren Figuren - allen voran der immer jungen, unbesiegbaren Pippi Langstrumpf - zu verblassen droht.

Sieben Frauen, sieben Szenen wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Sieben beispielhafte Frauenleben, die noch heute als Vorbild dienen, setzen Schlaglichter, die erahnen lassen, was sie neben ihrem Werk so interessant macht: das Ringen um Anerkennung, selbst wenn das manchmal bedeutet, an Verhältnissen, Verlust oder Kämpfen zu zerbrechen. Sieben Szenen, die sich bei aller Unterschiedlichkeit doch zu einem Ganzen fügen, das sich aus unterschiedlichen Nuancen zusammenfügt.

Aus: Neue Westfälische,  26. Juni 2014